
Hinter den Kulissen von „Deutscher Herbst“
Mit Deutscher Herbst zeigt die Ruhrtriennale in diesem Jahr die Uraufführung von Christopher Rüpings neuer Arbeit, die in Koproduktion mit dem Deutschen Theater Berlin entsteht.
Beim Begriff „Deutscher Herbst“ denken viele zunächst an den Herbst 1977 in Deutschland. Rüpings Ausgangspunkt ist jedoch der Herbst 1946 – genauer: das gleichnamige Buch des schwedischen Journalisten Stig Dagerman, der kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs durch das zerstörte Deutschland reiste. Dieser Reisebericht sei ihm „richtig in die Knochen gefahren“, so Rüping selbst.
Für die Inszenierung ist Dagermans Text von zentraler Bedeutung, auch wenn sie keine Adaption seines Buches ist. Stattdessen richtet sie den Blick auf die Gegenwart und verbindet Dagermans Beobachtungen mit Caspar David Friedrich, anderen deutschen Herbsten, der eigenen Biografie sowie Zukunfts- und Existenzängsten und der Sorge vor dem Erstarken rechter Kräfte.
Mit Wiebke Mollenhauer, Benjamin Lilie und Steven Adjei Sowah stehen vertraute Weggefährt:innen Rüpings auf der Bühne. Gleichzeitig ist es dem Regisseur wichtig, ein Gleichgewicht herzustellen und Raum für neue Begegnungen und Stimmen zu schaffen.
Von Mitte Mai bis Anfang Juli fanden die ersten Proben zu Deutscher Herbst am Deutschen Theater Berlin statt. Einige Eindrücke hat Emma Lou Herrmann für uns festgehalten.








