










Spoken Acts
Young poetry art on stage
What is moving young people in the Ruhr region? Spoken Acts is our stage for young authors from the Ruhr region. In this format, which combines reading, performance and discourse, they engage in conversation about the matter and form of their work.
Get to know our Spoken Acts 2026
Yohan Holtkamp with Farah Wind (23 Aug)
„einmal wuchs ein wald über der welt / und es war angemessen still auf der erde.“
Mit seinem Gedicht langer regen lädt uns der Autor Yohan Holtkamp auf einen rauschhaften Trip durch innere und äußere Landschaften ein. Das Abstrakte trifft das Alltägliche, wenn aus den Himmelaugen unendliches Wasser fällt und NRW flutet. Die Zeit erscheint zunehmend als ein Karussell der Wiederholung oder sie tropft aus Eierschalen. Und war hier nicht früher die A40? Jetzt ist alles verschwunden.
Begleitet wird die Performance von der Soundkünstlerin Farah Wind, die musikalisch auf den Text reagiert.
Yohan Holtkamp ist Dichter und Performancekünstler. Er studierte an der Kunsthochschule für Medien in Köln, wo er auch lebt. Texte erschienen in zahlreichen Anthologien, u. a. dem Jahrbuch der Lyrik. Performances waren zuletzt auf dem auftakt Festival und in der Temporary Gallery zu sehen. 2025 war er Resident am Center for Literature und Guest Lecturer an der Kunstakademie in Münster. 2026 wurde er zum Klagenfurter Literaturkurs eingeladen.
Orliane Yomi with Noah Weber (30 Aug)
„Eine Ode ans Wachsen,
ans stetige Kümmern und Sorgen
Um mich selbst.“
aus Mein Garten wächst stetig und erblüht von Orliane Kamwa Kemadjou
Orliane Yomi ist eine Poetin aus dem Ruhrgebiet. Ihre Werke bewegen sich zwischen Schwarzem Feminismus, afrodiasporischer Popkultur und poetischer Selbstreflexion. Sie verbindet persönliche Erfahrung mit kollektiver Erinnerung und entwickelt daraus eine Sprache, die Spiritualität, Identität und Selbstermächtigung vereint. Ihre Texte erschienen unter anderem im Flintasy Magazin und im Afrodeutsch Magazin und in der Brache (Zeitung für neue Literatur aus dem Ruhrgebiet).
Zur Ruhrtriennale kommt sie mit einer interdisziplinäre Lecture Performance, in der Literatur, Live-Musik und Sounddesign miteinander verschmelzen. Der Orangendieb erzählt von der Sehnsucht nach einem selbstbestimmten Leben als dichtende Frau. Noah Weber übersetzt diesen inhaltlichen Kern in eine feinfühlige akustische Kulisse: Mit warmen Neo-Soul-Melodien greift er das Motiv der Selbstbestimmung auf, lässt im Sounddesign aber auch eine leichte Tristesse mitschwingen, um die zugrundeliegende Sehnsucht und Melancholie spürbar zu machen.
Noah Weber ist Musiker, Tontechniker und Produzent aus Bochum. In der aktuellen Spoken-Word-Performance Der Orangendieb zeichnet er für die musikalische Begleitung verantwortlich und gestaltet das klangliche Fundament der Inszenierung.
Jule Weber (6 Sept)
Die Lyrikerin Jule Weber (*1993) lebt und arbeitet in Bochum und gehört zu den führenden Stimmen der deutschsprachigen Spoken-Word-Szene. Seit 2009 liest sie regelmäßig vor Publikum, vielfach ausgezeichnet für Wirkung und Wortwahl; in ihren Gedichten geht es ums Verstehen, Vermissen und oft um heimische Vögel.
2023 gewann sie den Kampf der Künste Award als Poetin des Jahres, 2023/2024 war sie Darmstädter Turmschreiberin. 2025 erschien ihr Lyrikdebut ich zeichne meinen standort auf die haut im Haymon Verlag, zudem ist sie gemeinsam mit Malte Küppers Host des wöchentlichen Podcast Ich kann nicht gut mit Menschen.
Bei der Ruhrtriennale liest sie aus ihren Gedichten, die die Zerbrechlichkeit des Lebens reflektieren, das Streben nach Nähe, nach einem Zuhause, das nicht nur aus Wänden besteht. Sie greifen nach den Momenten, die uns ausmachen – den lärmenden, den leisen, den verlorenen und jenen, denen wir zu wenig Bedeutung beimessen.
Emrys Perera (13 Sept)
Emrys Perera schreibt über das Verhältnis männlicher Raumnahme zu weiblich sozialisierten Perspektiven und Wahrnehmungsformen, pflanzliche Lebewesen und Klassismusgespenster. Als Spoken Act liest und bespricht er Texte, die sich zwischen Prosa und Lyrik verorten.
„Wieso es falsch ist, dass ich so krampfhaft keine Männer lese, das hat er mir schon erklärt. Die Samen zu erkennen, die sie selber säen: ob ich darin wohl je gut werde?“ aus Betula pendula oder verrucosa oder alba – Emrys Perera.
Nach seinem Theaterwissenschafts- und Germanistikstudium lebt Emrys Perera im Ruhrgebiet und arbeitet allein sowie in Kollektiven an Text-, Audio- und Performanceformaten. 2025 wurde er im queeren FLINTA*-Magazin Our Words mit einem Prosabeitrag über subtile Formen patriarchaler Gewalt in Beziehungen veröffentlicht. In der Brache#3 zum Thema Auf-/Abbau erscheint sein Text umut’unkahkahasıyla bir orman sowie ab Januar 2027 gemeinsam mit der Fotografin Sarah Napierski im Onlinemagazin kaffeeundkippen die Kolumne rast_los.
Maddy Forst (20 Sept)
Wenn Maddy Forst nicht spielt sondern schreibt, dann schreibt sie selten mit Ziel und Methode. Oft finden ihre Gedanken ungefiltert den Weg aufs Papier – oder ins Handy, je nachdem was gerade greifbar ist.
Berührt und inspiriert von Begegnungen, Gesprächen, den Geschichten anderer und dem, was in der Welt geschieht, entstehen ihre Texte roh und spontan, mal tiefgründig, mal humorvoll, stets ohne den Anspruch auf Perfektion.
So ist im Laufe der Zeit eine bunte Sammlung aus Lyrik, Prosa, Spoken Word und Songs entstanden – und wächst bis heute weiter. Viele dieser Texte begegnen an diesem Abend zum allerersten Mal einem Publikum.
Die Stunde mit Maddy Forst wird deshalb eine sehr persönliche: voller erster Male und unperfekter Herzenstexte über Einsamkeit und Zugehörigkeit, Zweifel und Scham, aber auch über Freude, Empowerment, Hoffnung, Mut, Wachstum und Resilienz.
Maddy Forst ist Schauspielerin, Performerin und Autorin. Sie studierte von 2019 bis 2025 Schauspiel an der Folkwang Universität der Künste und hat die Bühne schon in den Kinderschuhen für sich entdeckt. Aufgewachsen ist die Schauspielerin mit haitianischer Adoptionsgeschichte in der Stadt Emmendingen nahe Freiburg und bewegt sich schon ihr Leben lang über Tanz, Gesang, verschiedene Instrumente und Theater über verschiedensten Bühnen.
Noch während ihres Studiums konnte sie Dreherfahrung sammeln. Anfang 2023 spielte sie eine Hauptrolle in der ZDFneo-Serie Watch me (Regie: Alsion Kuhn) und Ende des selben Jahres eine Episodenhauptrolle im Tatort Köln (Siebte Etage, Regie: Hüsseyin Tabak).
Nachdem sie 2024 für ihre Abschlussarbeit In meiner Haut, mit dem Folkwang Preis ausgezeichnet wurde, führte ihr Weg direkt ans Schauspiel Köln, an dem sie während der Interimsspielzeit 2024/2025 unter der Intendanz von Rafael Sanchez mit Regisseurinnen wie Jorinde Dröse, Ildikó Gáspár und Fritzi Wartenberg arbeitete.
Seit Beginn der Spielzeit 2025 ist sie festes Ensemblemitglied am Schauspiel Essen, an dem ihr Stück In meiner Haut ab Mai 2027 ins Repertoire aufgenommen wird.
Directions
Wunderland
An der Jahrhunderthalle 1
44793 Bochum








