Mysteriensonaten, Gebläsehalle, Landschaftspark Nord, Duisburg. Von links: Wolfgang Kostujak, Salome Ryser, Yves Ytier, Liza Solovey
Mysteriensonaten, Gebläsehalle, Landschaftspark Nord, Duisburg. Von links: Wolfgang Kostujak, Salome Ryser, Yves Ytier, Liza Solovey | © Thomas Berns, Ruhrtriennale 2022

Wortlos, nie belehrend oder katechisierend, fordern die »Mysteriensonaten« die vollständige Hingabe der Interpret:innen.

Über das Konzert

Heinrich Ignaz Franz Biber Mysteriensonaten (um 1674)
für Violine und Basso continuo

In der christlichen Glaubenspraxis bietet das Rezitieren des Rosenkranzes ein rituelles Gefäß für die Meditation. Ein Moment der Konzentration und der Versenkung steht am Eingang zu einem vielfältigen Festivalprogramm. Beispiellos in ihrem Formenreichtum und ihrer Virtuosität durchlaufen Heinrich Ignaz Franz Bibers Mysteriensonaten für Violine und Generalbass (auch bekannt als Rosenkranzsonaten) die drei Stadien der Jesus- Geschichte: den »freudenreichen«, den »schmerzensreichen« und den »glorreichen« Rosenkranz. Dafür nimmt Bibers Erzählung die Perspektive der Gottesmutter Maria ein. Wortlos, nie belehrend oder katechisierend, fordert seine Komposition die vollständige Hingabe der Interpret:innen. Stück für Stück wird die Violine weiter verstimmt – eine faszinierende, seinerzeit unverstandene Besonderheit. Diese Skordaturen (Verstimmungen) bringen das Instrument in widersprüchliche Spannungsverhältnisse, provozieren klangliche Reibungen.

An den Spielorten in Bochum, Essen und Duisburg wird zeitgleich eine jeweils von den Solist:innen individuell zusammengestellte Auswahl von Sonaten aus allen drei Teilen – dem freudenreichen, dem schmerzensreichen und dem glorreichen Rosenkranz – sowie die abschließende Passacaglia zu hören sein. Sie verbinden die drei Städte des Ruhrgebiets zu einem großen, dezentralen Resonanzraum.

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