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© Christian Palm

Kurz vor Sonnenaufgang tanzen die Geister der Nacht ihren letzten Tanz.

Programm

Chris Watson Morgenchor (2021) räumliches Klangstück (UA)
Maurice Ravel Gaspard de la nuit
Salvatore Sciarrino De la nuit

Kurz vor Sonnenaufgang tanzen die Geister der Nacht ihren letzten Tanz. Als Maurice Ravel sein Klavierwerk Gaspard de la nuit schrieb, war er ständig mit dem nahenden Tod des Vaters konfrontiert. Sein Grenzgang auf dem Grat zwischen diesseitigem und jenseitigem Leben schwankt zwischen Ernst, Groteske und mythischer Fantasie, vor allem aber ist er von nahezu übermenschlicher Virtuosität gezeichnet.

Die junge französische Pianistin Virginie Déjos nimmt es nicht nur mit Ravels Geistern auf, sondern auch mit dem Geist dieser Geister: In einer kleinen Komposition des Italieners Salvatore Sciarrino mit dem Titel De la nuit wirbelt dieser traumartig und in rasender Geschwindigkeit Erinnerungsfetzen an Ravels Gaspard auf, um sie augenblicklich wie im Nichts wieder verschwinden zu lassen. 

Beide Kompositionen sind gebettet in ein von der Ruhrtriennale beauftragtes räumliches Klangstück des britischen Musikers und Klangkünstlers Chris Watson – Gründungsmitglied der electro-industrial Band Cabaret Voltaire und Tonaufzeichner der berühmten BBC-Naturfilme von David Attenborough. Seine field recordings kurz vor, während und nach Sonnenaufgang ziehen horizontale und vertikale Achsen durch gegenwärtige und vergangene Zeitschichten des Ruhrgebiets und dessen Schwesterregion im Norden Englands und bringen sie klanglich miteinander in Berührung. Watsons Morgenchor empfängt die Besucher:innen in der Maschinenhalle Zweckel im Dunkeln, begleitet sie durch die blaue Stunde und entlässt sie schließlich ins Tageslicht zu einem gemeinsamen Frühstück im Freien.

Virginie Déjos
Virginie Déjos | © Christian Palm
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