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© Jörg Brüggemann

Als ausgewiesene Kennerin von Nachtgewächsen und heimatlosen Kreaturen der gebannten Ängste steigt Barbara Frey zur Eröffnung ihrer Intendanz gemeinsam mit einem achtköpfigen, mehrsprachigen Ensemble in den Gedankenkosmos von Edgar Allan Poe ein.

Über die Inszenierung

Die Regisseurin Barbara Frey ist eine ausgewiesene Kennerin von Nachtgewächsen und heimatlosen Kreaturen der gebannten Ängste. Zur Eröffnung ihrer dreijährigen Ruhrtriennale-Intendanz begibt sie sich gemeinsam mit einem mehrsprachigen Ensemble und Livemusikern auf eine Reise in den Gedankenkosmos von Edgar Allan Poe, der wie kaum ein anderer der Einsamkeit Ausdruck verliehen hat – durch Einsichten in das unkontrollierbare Innenleben des Menschen, mit Bildern einer ungezügelten Imaginationskraft.

Poe ist ein Antipode der hellen, bürgerlichen Welt. Er ist ein Verführer ins Dunkle, ein Manipulator, der die Trennschärfe von Realität und Imagination gezielt verwischt, Zeiten verrückt, Räume verlebendigt, sie zu Subjekten macht, zu Trägern von Erinnerungen, die auf ihre Bewohner:innen einwirken. In seinen Geschichten liegen die Zonen der Träume, der Realität und des Rausches miteinander im Widerstreit – und befruchten sich doch gegenseitig. Fragen nach der Trennung von bewusster und unbewusster Wahrnehmung, nach Erkennen oder Nicht-Erkennen des Daseins müssen neu gestellt werden.

Der Untergang des Hauses Usher ist die Geschichte eines Abschieds, eines physischen und seelischen Zerfalls. Es ist zugleich die Erzählung einer ins Äußerste gesteigerten, übersensiblen Wahrnehmung von Raum und der ihm eingeschriebenen Ereignisse; von Musik, in die hinein sich die Sprache auflöst – und des Schweigens, der echolosen Stille, die jenen Ausnahmezustand im Angesicht des Unbekannten, des Verlöschens, des Todes kennzeichnet.

Für das Verlassen der Welt und das Abtauchen in die eigene Dunkelheit lässt sich kein geeigneterer Ort denken als jene freistehende, stillgelegte, geschichtsträchtige »Elektrische Centrale« des vergangenen Jahrhunderts – die Maschinenhalle Zweckel in Gladbeck.
 

Eine Koproduktion des Burgtheaters Wien und der Ruhrtriennale.

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