Das weite Land, Barbara Frey
Das weite Land, Barbara Frey | © Matthias Horn, Ruhrtriennale 2022

Barbara Frey setzt mit dieser Arbeit nach Edgar Allan Poes »Der Untergang des Hauses Usher« die auf drei Jahre angelegte Kooperation mit dem Burgtheater Wien und dessen großartigem Ensemble fort.

Über die Produktion

Eine Koproduktion von Burgtheater Wien und der Ruhrtriennale.

Das weite Land zählt zu den bedeutendsten Tragikomödien des Fin de Siecle. Arthur Schnitzler porträtiert darin eine Gesellschaft, die ihren moralischen Kompass verloren hat, eine Gesellschaft, die den Begriff der Freiheit nur für das persönliche Fortkommen beansprucht und spürt, dass eine Leerstelle entstanden ist. Gleichwohl ist sie saturiert, leistet es sich, keine Inhalte mehr zu haben und damit den Verzicht, gemeinschaftliche Zukunft zu gestalten. Produktion, Expansion und Konsum bilden das Dreigestirn, das auf alle Lebensbereiche strahlt. Der Fortlauf des Geschäfts hat die oberste Priorität. Natur wird nur noch als zu bewirtschaftendes Terrain angesehen (dem Tourismus zum Vergnügen), Intimität wird zur Handelsware, Liebe zum Konsumgut, jedes Gespräch ein argwöhnisches Aushorchen des Gegenübers. Der Spaß ist schon lange vorbei. Schnitzlers Figuren leiden – um es mit einer heutigen Diagnose zu attestieren – unter einer hedonistischen Depression. Das Aggressionspotential, auch das der Autoaggression, wächst. Gegenseitige Verachtung wird auf stetiger Flamme am Simmern gehalten, wohl wissend, dass ein solches Gefühl schnell zum Kochen zu bringen ist. Nicht ohne einen gewissen Neid hatte Sigmund Freud festgestellt, dass Schnitzlers präzise Dialoge leichtfüßig zum Vorschein bringen, was er selbst mühsam wissenschaftlich zu begründen versucht. Barbara Frey setzt mit dieser Arbeit nach Edgar Allan Poes Der Untergang des Hauses Usher die auf drei Jahre angelegte Kooperation mit dem Burgtheater Wien und dessen großartigem Ensemble fort.

Audioeinführung

Das weite Land, Barbara Frey. V.l.n.r.: Dorothee Hartinger, Branko Samarovski, Itay Tiran, Sabine Haupt, Nina Siewert
Das weite Land, Barbara Frey. V.l.n.r.: Dorothee Hartinger, Branko Samarovski, Itay Tiran, Sabine Haupt, Nina Siewert | © Matthias Horn, Ruhrtriennale 2022
Das weite Land, Barbara Frey. V.l.n.r.: Michael Maertens, Itay Tiran
Das weite Land, Barbara Frey. V.l.n.r.: Michael Maertens, Itay Tiran | © Matthias Horn, Ruhrtriennale 2022
Das weite Land, Barbara Frey. V.l.n.r.: Bibiana Beglau, Michael Maertens, Katharina Lorenz
Das weite Land, Barbara Frey. V.l.n.r.: Bibiana Beglau, Michael Maertens, Katharina Lorenz | © Matthias Horn, Ruhrtriennale 2022
Das weite Land, Barbara Frey. Im Vordergrund: Katharina Lorenz, Michael Maertens, Felix Kammerer. Im Hintergrund: Branko Samarovski, Sabine Haupt, Dorothee Hartinger, Nina Siewert
Das weite Land, Barbara Frey. Im Vordergrund: Katharina Lorenz, Michael Maertens, Felix Kammerer. Im Hintergrund: Branko Samarovski, Sabine Haupt, Dorothee Hartinger, Nina Siewert | © Matthias Horn, Ruhrtriennale 2022

ZEIT FÜR KULTUR – Podcast

Folge 1 – Gibt es neue Formen des Zusammenlebens?

Intendantin Barbara Frey spricht über ihre Arbeit an Arthur Schnitzlers Das weite Land und wie Kultur unser Zusammenleben beeinflusst. Alternative Konzepte stellen der Künstler Łukasz Twarkowski mit seinem Werk Respublika und Ruhrtriennale-Dramaturgin Judith Gerstenberg mit Euphoria von Julian Rosefeldt vor.

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