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© Estudio Elgozo

»Als ich den Tanz zum ersten Mal in einem Youtube-Video sah, sagte ich mir, dass diesen Männern etwas sehr Überwältigendes geschieht, damit sie sich so bewegen können.« Leonor Maldonado, Filmemacherin

Über die Produktion

Danza y Frontera/Tanz und Grenze ist eine Kreation der Choreografin und Performerin Amanda Piña und bildet den vierten Teil der Reihe »Endangered Human Movements«.

Inspiriert ist diese Arbeit von einem Tanz aus der Region um Matamoros im Bundesstaat Tamaulipas, dem Grenzgebiet zwischen Mexiko und den USA, der noch heute im Kontext extremer Gewalt, Drogenhandel und neoliberaler Ausbeutung aufgeführt wird. Die Wurzeln des Tanzes aus Matamoros, wie er von einer Gruppe Performer:innen unter der Leitung von Rodrigo de la Torre aufgeführt wird, lassen sich auf die »Danza de Conquista« zurückführen; einen Tanz, den die Spanische Krone aus früheren Eroberungszügen mitgebracht hatte und der ihre rassistische und koloniale Weltsicht zum Ausdruck bringt – die indigene Bevölkerung wurde beispielsweise gezwungen, in diesen Tänzen die Rolle der M-Figur zu übernehmen. Zugleich lassen sich in der »Danza de Conquista« alte, prähispanische Tanzformen wiederfinden.
In seiner heutigen Form, so Amanda Piña, kann dieser Tanz trotz der brutalen Geschichte seiner Genese durchaus »als eine Form des Widerstands gegen koloniale und später neoliberale Kräfte gesehen werden.«

»Ein Grenzland ist ein vager und unbestimmter Ort, der durch eine unnatürliche Grenze geschaffen wird«, so zitiert Piña die Chicana-Autorin Gloria Evangelina Anzaldúa. »Dieses Land befindet sich in einem ständigen Übergangszustand. Hier leben die Atravesados: die Perversen, die Merkwürdigen, die Unruhigen, …, die Untoten; kurz diejenigen, die hinüber- und herübergehen und so die Grenzen des ›Normalen‹ überwinden.«

Amanda Piña schafft in Danza y Frontera einen mystischen Raum, in dem sich Zeitebenen auflösen, koloniale Narrative wiederkehren, auf getanzten Widerstand treffen und sich mit prähispanischen Danzas und Hip-Hop Kultur verbinden.

Eine Produktion von nadaproductions, in Koporduktion mit dem Tanzquartier Wien, gefördert von der Kulturabteilung der Stadt Wien und dem Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport, Sektion IV – Kunst und Kultur.

Veranstaltet von PACT Zollverein für die Ruhrtriennale

Audioeinführung

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