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© Volker Beushausen

In einer fantastisch surrealen Orgie zum Weihnachtsfest verschwimmen die Grenzen zwischen Gegenwart und Vergangenheit, Lebenden und Toten, Mensch und Tier, Wunsch und Wirklichkeit.

Über die Produktion

Bählamms Fest wird auch als Video-on-demand angeboten. Erfahren Sie mehr auf dieser Produktionsseite.

Olga Neuwirth
Bählamms Fest

Musiktheater in 13 Bildern
© G. Ricordi & Co. Bühnen- und Musikverlag GmbH
Rowohlt Theater Verlag, Hamburg

Text: Elfriede Jelinek nach Leonora Carrrington
(1993/1997-1998)

Der Mann ein Alkoholiker, die Schwiegermutter eine lüsterne Tyrannin, der Schwager ein Halbwolf – und das Landhaus im Abseits. Draußen weiden die Schafe, und Theodora, die junge Ehefrau, sitzt im Kinderzimmer und hofft auf Schnee. Gefangen im morbiden, repressiven Milieu der Familie Carnis, träumt sie vom Ausbruch. Jeremy, die verführerische Mensch-Wolf-Gestalt, verspricht ihr die Gegenwelt zur bürgerlichen Erstarrung. Doch die Liebe bringt nicht Rettung, nur immer mehr tote Lämmer, während im Hause Carnis Hass und Hetze gegen das Andersartige auflodern. In einer fantastisch surrealen Orgie zum Weihnachtsfest verschwimmen die Grenzen zwischen Gegenwart und Vergangenheit, Lebenden und Toten, Mensch und Tier, Wunsch und Wirklichkeit. Das Haus als Schutzraum des Individuums löst sich in Luft auf.

In ihrem intermedialen Musiktheater Bählamms Fest nach Leonora Carringtons Drama Das Fest des Lamms blicken Olga Neuwirth und Elfriede Jelinek in die Abgründe jenes Hauses, das die Surrealistin 1940 auf ihrer Flucht aus dem nationalsozialistisch besetzten Frankreich »baute«. Neuwirth, die Bählamms Fest ihr eigenes »Haus Usher« nennt, sprengt in den 1990er Jahren ungekannte Fluchtwege aus dieser unerträglichen Wirklichkeit in irreale visuelle und akustische Räume hinein. Das irische Regieduo Dead Centre transportiert Neuwirths intermediales Pionierwerk in eine Zeit, in der die Grenzen zwischen Realität und Virtualität tatsächlich abhandenkommen und die Flucht in fiktive Wunschwelten als Ausdruck der Verzweiflung über unmenschliche Kälte und Barbarei neue Dimensionen zum Vorschein bringt.

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Dirigent Sylvain Cambreling präsentiert die Jahrhunderthalle Bochum als Spielort der Ruhrtriennale

Audioeinführung

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