Absorption, Asad Raza
Absorption, Asad Raza | © Heinrich Holtgreve

Erde, jenes unterschätzte Material, aus dem unsere Welt wächst, dringt bis in die hintersten Ecken eines geschichtsträchtigen Gebäudes in der Essener Innenstadt. Während wir, betört von dem Geruch, durch das Erdreich stapfen, wird sie in einem kollaborativen Prozess vor Ort zu Neosoil kultiviert und gereinigt in die Region zurückgeführt.

Über das Projekt

Gemeinsam mit dem US-amerikanischen Künstler Asad Raza entwickelt Urbane Künste Ruhr als Beitrag für die kommende Spielzeit der Ruhrtriennale im Spätsommer 2021 die groß angelegte Installation Absorption.

Raza wird einen großflächigen Leerstand mit einer reichen Nutzungsgeschichte – vom Kaufhaus bis zur Sparkassen-Filiale – in der Essener Innenstadt komplett mit Erde befüllen, ähnlich wie der Land Art Künstler Walter de Maria das im legendären Earth Room in den 1970er Jahren in New York getan hat. Razas Beschäftigung mit der Materie geht aber wesentlich weiter: Die Erde selbst ist Ergebnis eines langwierigen Vorbereitungsprozesses. Dafür sammelt Raza im Vorfeld organische und anorganische Materie in der Region, die unter Mitarbeit eines wissenschaftlichen Beraters durch Bearbeitung und Kompostierung zu neuer Erde – von Raza »Neosoil« genannt – wird. Gemeinsam mit einem Team von Cultivators (»Kultivator:innen«), das während der Laufzeit des Projekts vor Ort ist, wird er die Erde ständig weiterbearbeiten. Sie wird gefiltert, in ihre Bestandteile zerlegt, analysiert und neu zusammengemischt. Die Cultivators treten in den Austausch mit dem Publikum und informieren über die verschiedenen Bestandteile der Erde und ihre Arbeit damit. Besucher:innen dürfen sich jeweils einen kleinen Teil für den eigenen Gebrauch mit nach Hause nehmen. Die Erde, welche übrigbleibt, wird im Anschluss an Kleingartenvereine, soziale Einrichtungen und andere verschenkt.

Auf diese Weise entsteht eine Installation von großer sinnlicher und poetischer Kraft, die die verwerteten Materialien veredelt und keinen Abfall produziert. Frühere Varianten von Absorption wurden bereits beim Kaldor Public Art Project (Sydney, 2019) und im Gropius Bau (Berlin, 2020) gezeigt.
 

Absorption wurde erstmals 2019 in Auftrag gegeben von Kaldor Public Art Projects, Sydney

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