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Musik

rIToURNeLLE

Moderat, Peaches
Oneohtrix Point Never, raster-noton Showcase
Âme Live, Ben UFO
Lena Willikens, Ahmet Sisman
Quartier Midi

Marcus Simaitis/Ruhrtriennale 2016

Auch 2016 feiert die Ruhrtriennale eine Nacht der elektronischen Pop-Musik. Das Programm bewegt sich erneut in einem Spannungsfeld zwischen Noise und Lovesongs. Abseitiger Club-Underground trifft auf große Pop-Gesten jenseits des Mainstreams.

Kaum eine Band repräsentiert die Schnittmenge dieser Welten so stilbildend wie Moderat. Gedacht war Moderat als temporärer Zusammenschluss des Berliner Electronica-Künstlers Sascha Ring (Apparat) und des Techno-Duos Gernot Bronsert und Sebastian Szary (Modeselektor). Jedoch zeigte sich bald, dass der Supergroup Moderat das unerhörte Potenzial innewohnt, die elektronische Pop-Musik der Gegenwart nachhaltig zu verändern.

Darüber hinaus werden bei Ritournelle auch in diesem Jahr eine Vielzahl von Bands, Live-Acts und DJs auftreten – sowohl internationale Top-Acts als auch lokale Vertreter der Subkultur des Ruhrgebiets. Der Open-Air-Floor am Wasserturm wird in Zusammenarbeit mit dem Essener Club Goethebunker programmiert.

Running Order

Main Stage / Jahrhunderthalle
20.00    Doors open
21.00     Oneohtrix Point Never
22.15      Peaches
00.00    Moderat

Turbinenhalle Stage
00.00    Doors open
00.30    Grischa Lichtenberger  - live
01.35     Kangding Ray – live
02.45     Alva Noto – live
03.55     Byetone - live  

Wasserturm Stage - Hosted by Goethebunker
16.00     Doors open
16.00     Ahmet Sisman
19.00     Lena Willikens
22.00     Quartier Midi
01.00     Âme
02.30     Ben UFO

Refektorium
20.00     Lesung: Pop. Ein Panorama der Gegenwart (Jens Balzer)
22.00     Forum: Family Affairs
00.00     Party: Guy Dermosessian (Kalakuta Soul Records) & Hoodoomobil DJ-Team (Hoodoo)

Main Stage / Jahrhunderthalle

Moderat
Der hybride Sound von Moderat wird geprägt durch die unterschiedlichen Ansätze der einzelnen Protagonisten: Sascha Ring wurde als Solo-Künstler Apparat mit einem Hang zu experimentellen Klängen bekannt, die das Grenzgebiet zwischen introvertiertem Ambient und dem, was einmal Indietronics hieß, ausloten. Mit seiner gleichnamigen Band bewegt er sich ab 2011 stilistisch in Richtung Indie-Rock, irgendwo zwischen Radiohead und My Bloody Valentine.

Die Anfänge von Modeselektor liegen im Techno-Umfeld. Der phänotypische Sound des Duos suchte die abwegigen und unwägbaren Gefilde des Dancefloors. Beeinflusst von Hip Hop, Drum & Bass und Break Beats – aber auch von afrikanischen Soundtraditionen – schufen Modeselektor ihre eigene, unverwechselbare Variante von Intelligent Dance Music (IDM). Die internationalen Stars der elektronischen Clubszene veröffentlichen im April 2016 ihr neues Album. Im Rahmen der Ruhrtriennale spielen Moderat ihr einziges NRW-Konzert im Sommer 2016. Die aufwändige Licht- und Video-Show wird vom Berliner Künstlerkollektiv Pfadfinderei entwickelt.
 

Moderat - Reminder

Das Trio Moderat gilt als Fackelträger der Elektroszene. Dabei wird ihre Musik stets geleitet von einem tiefen Wissen um die Herkunft der Beats.

Süddeutsche Zeitung

Oneohtrix Point Never
Die Musik des in Los Angeles ansässigen Daniel Lopatin alias Oneohtrix Point Never ist grenzüberschreitend im besten Sinne. Mit beißender Ironie und zugleich herzerweichender Hingabe manövrieren sich Lopatins Stücke durch die postdigitale Hyper-Pop-Kultur des 21. Jahrhunderts. Stockhausen steht Skrillex Auge in Auge gegenüber. Darüber hinaus treffen Krautrock, EDM, IDM, Death Metal, Free Jazz, Easy Listening, New Age und Esoterik-Kitsch aufeinander. Oneohtrix Point Never vermischt E und U so gekonnt und unbekümmert, dass man in der dichten Anhäufung von Verweisen, Andeutungen und expliziten Zitaten die Musik eines kommenden Zeitalters zu erkennen glaubt. Bei der Ruhrtriennale 2016 spielt Oneohtrix Point Never eines von lediglich zwei Deutschlandkonzerten in diesem Jahr.
 

Peaches
Als das erste Album der Kanadierin „Teaches of Peaches“ im Jahr 2000 auf dem Berliner Kultlabel Kitty Yo erschien, zeigten sich die Risse im System Pop deutlicher als je zuvor. Auch auf ihrem neuesten Album „Rub“, das 2015 erschien, hat sie nichts an Durchschlagskraft eingebüßt: Gender-Fragen formuliert in rotzigem Sprechgesang über analoger Elektronik. Seit nunmehr 16 Jahren wirft die Urmutter postfeministischer Pop-Musik spielerisch die Geschlechter-Codes durcheinander und drückt den Finger in die Wunden der noch immer heterosexuell-männlich dominierten Musikindustrie. Ihre schillernden Live-Shows gelten als unvorhersehbare Performances voller Punk-Attitüde und Pop-Zitate.

Peaches - I Mean Something

Turbinenhalle Stage

20 Jahre raster-noton
2016 feiert das „raster-noton.archiv für ton und nichtton“ sein zwanzigjähriges Bestehen. Als interdisziplinäre Plattform, bei der sich abstrakte Musikkonzepte und installative Kunstformen begegnen, hat sich das Label international profiliert. Auf über 150 Publikationen finden Clubmusiker, der klassischen Tradition verpflichtete Komponisten, Noise-Pioniere und Medienkünstler zusammen. So finden sich auf dem Label auch Künstler der Ruhrtriennale wie Ryoji Ikeda, der 2014 seine Installation „test pattern [100 m version]“ bei der Ruhrtriennale zeigte. Oder Mika Vainio, der im letzten Jahr die elektronische Erweiterung von Wagners „Das Rheingold“ (Regie: Johan Simons) vornahm. Neben den Labelgründern Olaf Bender (aka Byetone) und Carsten Nicolai (aka Alva Noto) werden in der Turbinenhalle auch Kangding Ray und Grischa Lichtenberger als Live-Acts auftreten.

Wasserturm Stage - Hosted by Goethebunker

Auch 2016 wird in Zusammenarbeit mit dem Essener Club Goethebunker das Programm für die Open-Air-Stage am Wasserturm erarbeitet. Neben den Essener Residents Quartier Midi und Chefbooker Ahmet Sisman wird in diesem Jahr auch die in Köln beheimatete Lena Willikens vom Comème-Label an den Decks stehen. Mit ihrem unerschrockenen DJ-Stil, der sich zwischen kantigem Disco und psychedelischem House auch Ausflüge in abseitige Gefilde erlaubt, erspielte sie sich einen Ruf als Ausnahmeerscheinung im Club. Dies gilt auch für den jungen Briten Ben UFO, der als einer der versiertesten Plattendreher weltweit gilt. Er war einer der ersten, die House und Dubstep zusammen dachten. Seine eklektische Stückauswahl zeigt regelmäßig, was ein DJ-Set alles sein kann. Das dritte Set liefert Âme live, international zweifellos einer der spannendsten Live-Acts. Seine popaffinen House-Tracks erreichen eine emotionale Tiefe, die im Clubbereich ihresgleichen sucht.

Besetzung/ Mitwirkende

Mit - Moderat, Peaches, Oneohtrix Point Never, raster-noton Showcase, Âme Live, Ben UFO, Lena Willikens, Ahmet Sisman, Quartier Midi
raster-noton feat. - Alva Noto, Byetone, Grischa Lichtenberger, Kangding Ray
Visuals Moderat - Pfadfinderei

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