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Tanz / Uraufführung

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Alain Platel, Steven Prengels
Berlinde De Bruyckere, les ballets C de la B

Chris van der Burght

Alain Platel ist ein gern gesehener Gast der Ruhrtriennale. Nachdem er sich in den Produktionen „Wolf“, „Vsprs“ und „Pitié!” mit Musik von Mozart, Monteverdi und Bach beschäftigt hat, steht diesmal Gustav Mahler im Mittelpunkt. Für seine neue Kreation lässt sich Alain Platel nicht nur von Mahlers Musik inspirieren, sondern auch von dessen Biografie, von dem Ort und von der Zeit, in der der Komponist lebte: Österreich und – weitergefasst – Europa gegen Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Seine Aufmerksamkeit gilt insbesondere den irrsinnigen Jahren zu Beginn des letzten Jahrhunderts – Mahler starb 1911 –, die schließlich zu großen Krisen und den Tragödien zweier Weltkriege geführt haben. Der Historiker Philipp Blom beschreibt diese Zeit eindringlich in seinem Buch „Der taumelnde Kontinent“; das Buch wird für Alain Platel der Ausgangspunkt der Probenarbeit mit seinen Tänzerinnen und Tänzern. Blom entdeckt nicht nur Parallelen zwischen den damaligen Ereignissen und unserer Gegenwart, er zeigt auch, inwiefern Mahlers Musik und die Kunst im Allgemeinen ein Ausdruck der Wirrungen und Emotionen jener Zeit war.

Alain Platel: „Mahler war einer der ersten Komponisten, die Musik ‚gesamplet‘ haben. In dieser Beziehung sehe ich Ähnlichkeiten mit meinem eigenen Werk. Mahler verband in seinen Sinfonien und Liedern ‚hohe‘ und ‚niedere‘ Kunst. Verschiedene Stile und Gemütslagen prallen darin aufeinander. Ich sehe seine Musik als Einladung, selbst weiter zu samplen. Ich möchte sie zum Beispiel mit afrikanischen polyfonen Traditionen koppeln, die die kongolesischen Sänger Boule Mpanya und Russell Tshiebua mitbringen werden. Ich habe sie bei meiner letzten Produktion „Coup Fatal“ kennengelernt. Die Verbindungen zwischen Musik aus verschiedenen Ecken der Erde sind oftmals frappierend.“

Besetzung/ Mitwirkende

Von und mit - Bérengère Bodin, Boule Mpanya, Dario Rigaglia, David Le Borgne, Elie Tass, Ido Batash, Romain Guion, Russell Tshiebua, Samir M'Kirech

(c) Chris van der Burght

(c) Chris van der Burght

(c) Chris van der Burght

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