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Musik

kOnZERTe IM mAScHINeNHAUS - ZWeRm

Mous Lamrabat

Our Ears Felt Like Canyons

Besetzung/ Mitwirkende

Zwerm - Johannes Westendorp, Kobe Van Cauwenberghe, Bruno Nelissen, Toon Callier

“… und wir spielten, bis unser Bewusstsein sich dem Canyon eingepflanzt hatte und einen geisterhaften, schwebenden Zug heraufbeschwor, eine gespenstische Erscheinung, wie Metall auf Metall prallt, doppelt, dreifach, endlos von den Wänden des Canyons zurückgeworfen, vom Gehirn, von den flackernden Passagierfenstern, ratternde Verbindungen, UNSERE OHREN FÜHLTEN SICH AN WIE CANYONS. Wir sprachen bis zum Morgen kein Wort.“ (Pauline Oliveros)

Inspiriert von den Konzepten des „akusmatischen Hörens“ und des „tiefgründigen Hörens“ schlägt Zwerm einen Konzertaufbau der Immersion vor, bei dem vier Musiker in der Raummitte platziert sind, einander zugewandt, aber verborgen – mittels Lichtadaptation – und das Publikum um sie herum verteilt ist. „Akusmatisches Hören“, wie es der französische Komponist elektronischer „musique concrète“ Pierre Schaefer beschreibt, bezieht sich auf das Hören eines Klangs, ohne dessen Ursache zu sehen. In seiner Originalbedeutung bezieht sich „acousmatique“ auf die Schüler des Pythagoras, die ihrem Meister hinter einem Vorhang zuhörten, ohne ihn zu sehen, und dabei keinen Laut von sich gaben. Die amerikanische Komponistin Pauline Oliveros beschreibt „tiefgründiges Hören“ als sehr intuitive und allumfassende Höreinstellung. Es handelt sich ferner um ein Album, das in einer großen, unterirdischen Zisterne mit einem natürlichen Echo von 45 Sekunden aufgenommen wurde. Beim Konzert von Zwerm fungiert die elektrische Gitarre als eine Art „pythagoreischer Vorhang“, da sie komplexe Klänge bei minimaler Bewegung hervorbringt. Dabei verweigert sie den Musikern fast alle visuelle Theatralik, die mit einer Live-Aufführung einhergehen, und verschiebt die Aktion hin zum Ohr und dem Akt des Zuhörens. Vor diesem Hintergrund hat Zwerm neue Werke bei den Komponisten Joanna Bailie, Christopher Trapani und Alexander Schubert in Auftrag gegeben, wobei ein musikalisches Triptychon entstanden ist, das zwischen den reinen, minimalistischen Klanglandschaften von Joanna Bailie und dem psychedelischen Lärm von Alexander Schubert die raffinierten, spektral-mikrotonalen Wurzeln von Christopher Trapani aus New Orleans untersucht. Auf seine eigene Weise wird sich jedes dieser Klangtableaus sehr gut in diese spezifische Klanglandschaft und -umgebung und diesen akusmatischen Kontext einfügen.

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