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Musik

kONzErT IM MaSChINEnHAUs – ICtuS

Julian Röder

Angesiedelt zwischen zeitgenössischem, barockem und Renaissance-Repertoire, ist das Konzert dieses Trios eine Ode an die „schwarze Galle“ – die Melancholie. Eine klare Stimme ohne Vibrato, eine akustische oder elektrische Gitarre, Eva Reiters subtile Art, die Viola da Gamba zu spielen – all dies bildet ein Mosaik gequälter und entzückender Miniaturen: kurze bittersüße Melodien, Klagelieder im Stil Purcells, Popsongs, hundertfach verlangsamt, nächtliche Geständnisse ... Zitat Eva Reiter: Was geschieht, wenn die Zeit still steht? Oder was wäre möglich, wenn Zeit keine wichtige Rolle in unserem Leben mehr spielte? Diese Frage ist natürlich sehr naiv, aber gleichzeitig sehr verführerisch, jedenfalls einen Moment lang. Ein wunderbar farbiges Stück wie Time stands still könnte endlos hin- und herwabern, wie Algen, die vom Meer bewegt werden und nie innehalten (man wünscht fast, es wäre möglich); es gäbe kein Gestern, Heute oder Morgen; wir würden uns keine Sorgen mehr machen, ob man Renaissance-Musik mit zeitgenössischer kombinieren darf, oder Musik der barocken und der romantischen Ära; John Dowlands Musik, so abgrundtief melancholisch, stünde direkt neben Bernhard Ganders Darkness awaits us, Thomas Campian neben Burkhard Stangls luziden Dowland-Verwandten, die eminente Gestik der Musik Francesco Filideis neben A Fancy by Mr. Dowland.

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