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Installation

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Atelier van Lieshout

Atelier Van Lieshout

Im Sommer 2017 proklamiert der niederländische Künstler Joep van Lieshout mit seiner Großinstallation auf dem Vorplatz der Jahrhunderthalle Bochum „The End of Everything“ – das Ende von allem. Van Lieshouts neue Arbeiten für die Ruhrtriennale sind eine Reflexion über Kunst und Welt, und sie kommentieren unser menschliches Konsumverhalten. Den Arbeiten liegt die Idee zugrunde, dass alles in großem Maßstab zerstört werden muss, um Platz für einen kreativen  Neuanfang zu schaffen. Im Zentrum der Installation steht eine Gruppe rauer, industrieller Kunstwerke, großformatige Maschinen mit Titeln wie „The Roller“, „The Shredder“, „Conan the Barbar“ oder „Bronco“. Das Walzen und Schreddern, Hämmern und Pressen stehen als Vorgänge ebenso für Destruktion wie Konstruktion, für den Bruch mit Traditionen wie für einen Neubeginn. Verbunden damit ist das Recycling: von Schrott, von Konsumgütern, von Kunst – selbst von Werken van Lieshouts.

„Ich möchte zerstören und erneuern, von Neuem beginnen mit allem, was gut ist – ich möchte recyceln.“ (Joep van Lieshout)

Mit „The End of Everything“ setzt der  Künstler seine Arbeit unmittelbar in Bezug zu den italienischen Futuristen des frühen 20. Jahrhunderts und greift ihre Thesen auf für eine Auseinandersetzung mit Fragen unserer Zeit. Die italienischen Futuristen verstanden sich als eine revolutionäre kulturelle Bewegung, die durch eine vollständige Zerstörung aller Institutionen einen Neubeginn notwendig machen wollte, die aber auch Gewalt und Krieg mehr und mehr verherrlichte und schließlich mit dem Faschismus kollaborierte. Heute erlebt die Welt grundlegende technische und große soziale Veränderungen: Künstliche Intelligenz, Roboter, genetische Manipulation und Big Data sind allgegenwärtig; populistische Bewegungen finden zunehmend Verbreitung. Van Lieshouts Arbeiten für die Ruhrtriennale 2017 ziehen Parallelen zwischen den gesellschaftlichen Bedrohungen des frühen 20. Jahrhunderts und den aktuellen Entwicklungen unserer Zeit.

Zum dritten und letzten Mal verwandelt Van Lieshout die unwirtliche Leere vor der Jahrhunderthalle Bochum durch ein Zusammenspiel aus Werkgruppen und Einzelarbeiten in eine starke, labyrinthische Installation von großer Aktualität. Unter die neuen Arbeiten mischen sich die aus den beiden Vorjahren bekannten Kunstwerke wie der „Domestikator“, die „BarRectum“, die „Sanitary-Silos“. Im „Refektorium“ findet über sechs Wochen ein vielseitiges, kostenloses Programm statt, das Verbindungen zu van Lieshouts Kunst und zu anderen Ruhrtriennale-Produktionen knüpft.

Am 18. August um 16.30 Uhr werden die Installation und das in diesem Festivalzentrum angesiedelte Teenagermachtgebiet Teentalitarismus im Beisein des Künstlers eröffnet.

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