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Installation / Neue Arbeit

euPHoRIA

Julian Rosefeldt, Urbane Künste Ruhr

Die für den öffentlichen Raum entworfene Film-Installation „Euphoria“ von Julian Rosefeldt zeigt sich als Meditation über Gewinner und Verlierer der Globalisierung: Menschen, die nach immer mehr streben und andere, die die Hoffnung nicht aufgeben, irgendwann auch ein Stück vom Kuchen abzubekommen. Als textliche Grundlage dienen sogenannte „Phishing-Emails“: Von Übersetzungsprogrammen zusammengestückelte Einladungen, an zweifelhaften Geldgeschäften teilzunehmen, enthüllen sie dabei die Triebkräfte eines allgegenwärtig wuchernden Kapitalismus. Zugleich entdeckt Rosefeldt in den oftmals absurd und ungelenk anmutenden Briefen eine eigentümliche Poesie.

„Euphoria" ist ein Beitrag von Urbane Künste Ruhr zur Ruhrtriennale. Die Arbeit wird als Projektion auf der Rückseite der Bochumer Jahrhunderthalle ab Einbruch der Dunkelheit zu sehen sein.

Zwischen 2015 und 2017 hat Julian Rosefeldt insgesamt vier unterschiedliche Arbeiten für die Ruhrtriennale geschaffen. 2015 entwarf er ein bildgewaltiges, gefilmtes Szenenbild für die konzertante Aufführung von Joseph Haydns „Die Schöpfung“ und blickte in seiner dazugehörigen Installation „In the Land of Drought“ aus einer imaginierten Zukunft zurück auf die Hinterlassenschaften des Menschen im Anthropozän. 2016 stellte er mit „Manifesto“ die Frage, was nötig ist, um eine Epoche zusammenstürzen zu lassen, auf dass die ihr folgende beginnen kann. Dafür erhob die australische Schauspielerin Cate Blanchett auf dreizehn Leinwänden ihre Stimme zu einer Polyphonie der Manifeste westlicher Kunst- und Kulturgeschichte. In der dritten und letzten Spielzeit unter der Intendanz von Johan Simons richtet Julian Rosefeldt den Blick auf eine durchkommerzialisierte, digital vernetzte Welt voller Gier, die den Kapitalismus zur neuen Religion erhoben hat: Von der Schöpfung zur Wertschöpfung.

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