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Installation / Neue Arbeit

ACHTUNG: ABGESAGT/CANCELED! euPHoRIA

Julian Rosefeldt, Urbane Künste Ruhr

Julian Rosefeldt sagt Filminstallation „Euphoria“ ab.

Die im März 2017 für die Ruhrtriennale angekündigte neue Arbeit des Künstlers Julian Rosefeldt, muss aus dem Programm des Festivals genommen werden. Der Künstler hat aus terminlichen Gründen eine Realisierung des Projektes bis zur Eröffnung der Ruhrtriennale im August 2017 ausgeschlossen. Sowohl Ruhrtriennale als auch Urbane Künste Ruhr bedauern diesen Entschluss sehr. Ein Ersatz für die Filminstallation ist nicht geplant.

Aufgrund des großen Erfolgs seiner Filminstallation „Manifesto“, einer Koproduktion der Ruhrtriennale, die 2016 in der Kraftzentrale des Landschaftspark Duisburg-Nord gezeigt wurde und seither weiterhin weltweit für Aufsehen sorgt, ist es dem Künstler bis zum Herbst 2017 nicht möglich, an weiteren Projekten zu arbeiten.

„Euphoria" war als Programmbeitrag von Urbane Künste Ruhr zur Ruhrtriennale vorgesehen. Rosefeldt wollte sich auf Basis von Scam-Mails mit den Abgründen menschlicher Gier auseinandersetzen. Die Arbeit sollte ab dem 20. August 2017 als Projektion ab Einbruch der Dunkelheit an der Fassade des Dampfgebläsehauses der Jahrhunderthalle Bochum projiziert werden.

Urbane Künste Ruhr bleibt im Programm der diesjährigen Ruhrtriennale vertreten. Die Installation „Truck Tracks Ruhr – The Compilation“, eine audiovisuelle Gesamtkomposition der Produktion „Truck Tracks Ruhr“ von Rimini Protokoll und Urbane Künste Ruhr, wird am 19. August 2017 in der Mischanlage der Essener Kokerei Zollverein eröffnet.

Die für den öffentlichen Raum entworfene Film-Installation „Euphoria“ von Julian Rosefeldt zeigt sich als Meditation über Gewinner und Verlierer der Globalisierung: Menschen, die nach immer mehr streben und andere, die die Hoffnung nicht aufgeben, irgendwann auch ein Stück vom Kuchen abzubekommen. Als textliche Grundlage dienen sogenannte „Phishing-Emails“: Von Übersetzungsprogrammen zusammengestückelte Einladungen, an zweifelhaften Geldgeschäften teilzunehmen, enthüllen sie dabei die Triebkräfte eines allgegenwärtig wuchernden Kapitalismus. Zugleich entdeckt Rosefeldt in den oftmals absurd und ungelenk anmutenden Briefen eine eigentümliche Poesie.

„Euphoria" ist ein Beitrag von Urbane Künste Ruhr zur Ruhrtriennale. Die Arbeit wird als Projektion auf der Rückseite der Bochumer Jahrhunderthalle ab Einbruch der Dunkelheit zu sehen sein.

Zwischen 2015 und 2017 hat Julian Rosefeldt insgesamt vier unterschiedliche Arbeiten für die Ruhrtriennale geschaffen. 2015 entwarf er ein bildgewaltiges, gefilmtes Szenenbild für die konzertante Aufführung von Joseph Haydns „Die Schöpfung“ und blickte in seiner dazugehörigen Installation „In the Land of Drought“ aus einer imaginierten Zukunft zurück auf die Hinterlassenschaften des Menschen im Anthropozän. 2016 stellte er mit „Manifesto“ die Frage, was nötig ist, um eine Epoche zusammenstürzen zu lassen, auf dass die ihr folgende beginnen kann. Dafür erhob die australische Schauspielerin Cate Blanchett auf dreizehn Leinwänden ihre Stimme zu einer Polyphonie der Manifeste westlicher Kunst- und Kulturgeschichte. In der dritten und letzten Spielzeit unter der Intendanz von Johan Simons richtet Julian Rosefeldt den Blick auf eine durchkommerzialisierte, digital vernetzte Welt voller Gier, die den Kapitalismus zur neuen Religion erhoben hat: Von der Schöpfung zur Wertschöpfung.

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