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Schauspiel / Neuinszenierung

DIe DInGE, DIe vORÜBeRGeHEn

Ivo van Hove

Jan Versweyveld

„Was hat es für einen Sinn, leben zu wollen, wenn man doch von Dingen, die stärker sind als man selbst und einem im Blute schlummern, getrieben wird?“

Couperus` Roman „Von alten Menschen, den Dingen, die vorübergehen“ ist ein psychologisches Sittengemälde aus dem Jahr 1906. Ein in Niederländisch-Indien begangener Mord hat auch nach Jahrzehnten noch einen zerstörerischen Einfluss auf die Familie. In Den Haag leben – über 90-jährig – die aus den Kolonien zurückgekehrten Ottilie und Takma, die ihr Verhältnis nie haben offen ausleben können. Ihr Leben wird von dem Bewusstsein der gemeinsamen Schuld bestimmt. Das Verschweigen ihrer Leidenschaft und der Mord an Ottilies Ehemann hinterlassen tiefe Spuren auch in den nachfolgenden Generationen ihrer Familien. Es ist ihnen unmöglich, sich von der Vergangenheit zu befreien, und ihr Geheimnis hat längst auch das Leben ihrer Kinder und Kindeskinder vergiftet.

In der Bühnen-Bearbeitung für diese Kooperation der Ruhrtriennale mit der Toneelgroep Amsterdam stehen die jüngsten der Familie, Lot und Elly, im Mittelpunkt. Auch sie sind verflucht, auch sie drohen, an der Vergangenheit zu ersticken. Ihre Hochzeit wird – so glauben sie – Schuld und Angst endlich vertreiben. Die Hochzeitsreise nach Italien soll sie aus dem Würgegriff Den Haags befreien. Doch schon bald müssen sie feststellen, dass das Trauma sie auch in den Süden verfolgt.

Präzise und zeitlos zeichnet Louis Couperus die existenzielle Unruhe seiner Figuren, das macht den niederländischen Jahrhundertwende-Autor für den Regisseur Ivo van Hove zu einem Zeitgenossen, zu einem Schriftsteller für unsere Zeit.  Van Hove inszeniert „Die Dinge, die vorrübergehen“ als Requiem, in dem die Musik von Harry de Wit das Verstreichen der Zeit und die emotionale Sackgasse erlebbar macht. Ein Schicksalsdrama über die vernichtenden Folgen einer verheimlichten Liebe.    
      
Die Ruhrtriennale und van Hove widmen sich damit erneut dem herausragenden literarischen Werk von Louis Couperus und ermöglichen eine nachhaltige Auseinandersetzung mit einem der wichtigsten und vielseitigsten europäischen Schriftsteller. Nach seiner Inszenierung von “Die stille Kraft” 2015 kommt 2016 ein weiteres Werk des niederländischen Romanciers auf die Bühne, in diesem Jahr in der Maschinenhalle der Zeche Zweckel in Gladbeck.

Besetzung/ Mitwirkende

Mit - Katelijne Damen, Fred Goessens, Janni Goslinga, Aus Greidanus jr., Abke Haring, Robert de Hoog, Jip van den Dool, Hans Kesting, Hugo Koolschijn, Maria Kraakman, Celia Nufaar, Frieda Pittoors, Gijs Scholten van Aschat, Bart Slegers, Luca Savazzi

Jan Versweyveld

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