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Zum Abschluss der Ruhrtriennale 2015-2017 präsentiert das Saxofonquartett BL!NDMAN an diesem Abend eine besondere Aufführung der vier Choralpartiten von Johann Sebastian Bach (1685-1750). Die Auswahl von Werk und Interpreten nimmt Bezug auf die dreijährige Intendanz von Johan Simons. Die Musik von Bach hat seine gesamte Intendanz begleitet, sei es beispielsweise 2015 in der Eröffnungsinszenierung „Accattone“ oder der „Messe in H-Moll“ aus der Saison 2016. Johan Simons verbindet mit BL!NDMAN und deren musikalischem Leiter Eric Sleichim eine besondere Zusammenarbeit: Sie sind Teil von „Cosmopolis“, Johan Simons‘ letzter Musiktheater-Inszenierung als Intendant der Ruhrtriennale.

Eric Sleichim hat vier Choralpartiten von Johann Sebastian Bach für das Saxofon bearbeitet. Gemeinhin wird angenommen, dass Bach diese kaum bekannten Orgelwerke mit gerade einmal 15 Jahren schrieb und sie später überarbeitete. Ihre Perfektion scheint das zu bestätigen. Die Choralpartita ist ein Zyklus von Variationen in einer einfachen Abfolge verschiedener „Abenteuer“ rund um dasselbe Thema. Allerdings zeigt sich in diesen Werken, mit welchem Einfallsreichtum Bach diese „dürftige“ Technik einsetzt. Er weist jeder einzelnen Variation ihre eigene Identität zu und erweckt so den Eindruck, dass jedes Stück trotz der einförmigen Atmosphäre dennoch jederzeit als vollwertiges Stück für sich stehen kann. So zeigt jede Choralpartita in allen Variationen Bachs Erfindungsgabe und seinen innovativen Blick auf die deutsche Tradition der Polyfonie.

Das Saxofonquartett BL!NDMAN kleidet diesen authentischen Stil mit seinen modernen Instrumenten neu ein. Das außergewöhnliche Klangspektrum der Saxofone erinnert an die strengen Klänge mancher Barockorgeln. Die Entscheidung, die Choralpartiten auf Blasinstrumenten zu spielen, beruht auch auf der Quelle aller Musik: der Atmung.

Mit einem eigensinnigen Blick auf die Polyfonie verbindet BL!NDMAN die Barockpartituren mit zeitgenössischen Kompositionen, die sehr eigenwillig mit Mehrstimmigkeit umgehen.  Werke wie zum Beispiel „Workers Union“ von Louis Andriessen werden in die Partiten eingestreut und geben der musikalischen Materie in Verbindung mit der visuellen Herangehensweise von BL!NDMAN eine kaleidoskopische Dimension.

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