Ruhrtriennale 2020 beschließt „Zwischenzeit“

Die Ruhrtriennale bespielt vom 14. August bis 20. September 2020 die Industriehallen des Ruhrgebiets mit einem internationalen Programm aus Musiktheater, Schauspiel, Tanz, Konzert und Bildender Kunst. Stefanie Carp beschließt mit dem Programm ihre Intendanz, die sie thematisch „Zwischenzeit“ genannt hat, als Chance Gesellschaft anders zu denken und neu zu gestalten.

Neben Neuentdeckungen sind einige Künstler*innen eingeladen, die bereits in den vergangenen zwei Jahren das Publikum mit ihren Werken begeistert haben: Christoph Marthaler, Artiste associé der Ruhrtriennale 2018–2020, wird die großformatige Musiktheaterkreation Die Verschollenen (für großes Orchester) in der Jahrhunderthalle zur Premiere bringen. William Kentridge zeigt mit Waiting for the Sibyl. The Moment Has Gone zwei neue Werke in beeindruckender Bildsprache. Sowohl die Deutsche Erstaufführung von Kornél Mundruczós Pieces of a Woman als auch die Uraufführung von Mariano Pensottis Los Años/Die Jahre setzen sich mit Lebensgeschichten und sozialen Konflikten auseinander.
Der Choreograf Serge Aimé Coulibaly wird die Uraufführung von Wakatt, eine Arbeit über Angst, präsentieren; Marlene Montero Freitas ihre neue Choreografie Mal – Embriaguez Divina. Ebenfalls auf dem Programm stehen die Uraufführungen von Brigitta Muntendorfs und Stephanie Thiersch’ Archipel und von Meg Stuarts Cascade, das sie gemeinsam mit Philippe Quesne realisiert. Des Weiteren sind Produktionen von Lola Arias, Tina Satter und nora chipaumire zu sehen.

Chorwerk Ruhr zeigt anlässlich seines 20-jährigen Bestehens das Oratorium Elias an fünf Orten in der Region. Weitere musikalische Programmpunkte sind Konzerte der Bochumer Symphoniker, des Malmö Operaorkester, des Helsinki Chamber Choir sowie die Reihe MaschinenHausMusik.

Zu den Angeboten Bildender Kunst gehören zwei Auftragsarbeiten der Ruhrtriennale: die Foto-Installaton Miners von Olu Oguibe in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum und eine neue Video-Installation von Candice Breitz in Zusammenarbeit mit dem Museum Folkwang. Außerdem wird Julius von Bismarcks performative Installation Polizei (OMOH) von Urbane Künste Ruhr realisiert.

Die Festivalrede mit dem Titel Reflections on Planetary Living hält in diesem Jahr der politische Philosoph und Historiker Achille Mbembe. Regisseur William Kentridge präsentiert seine Lecture-Performance A Natural History of the Studio. Ein Symposium setzt sich außerdem mit politischen Rahmenbedingungen der Kunstproduktion und zeitgenössischer Debattenkultur auseinander.

Für junges Publikum wird das interaktive Gesellschaftsspiel Unterscheidet euch! von Turbo Pascal gezeigt. Zum Abschluss ihres Projekts #nofear veranstaltet die Junge Triennale eine Nicht-Konferenz. Eine Vielzahl an kostenfreien Formaten finden im Third Space statt, den raumlaborberlin in neuer Gestalt auf den Vorplatz der Jahrhunderthalle bringt. Der Konzeptkünstler Akira Takayama bietet im Bochumer Stadtraum und im Third Space eine Hip-Hop Academy an.

Vom 14. August bis 20. September kommen mehr als 700 beteiligte Künstler*innen aus rund 40 Ländern ins Ruhrgebiet, um 33 Produktionen und Projekte; davon 12 Ur- und Erstaufführungen in 17 unterschiedlichen Spielstätten in Bochum, Dortmund, Duisburg, Essen, Gladbeck und Wuppertal zu zeigen.

Wir verfolgen die aktuellen Entwicklungen um das Coronavirus sehr aufmerksam und stehen in Kontakt mit den zuständigen Stellen. Die Gesundheit aller steht an erster Stelle. Wir gehen auf Basis der aktuellen Risikoeinschätzung davon aus, dass die Ruhrtriennale trotz der Entwicklungen vom 14. August bis 20. September 2020 stattfinden wird.

Für den Fall, dass Veranstaltungen abgesagt werden müssen, erstatten wir den Preis für bereits gekaufte Karten selbstverständlich zurück. Über die genaue Abwicklung werden wir in diesem Fall zeitnah auf auf unserer Website, per E-Mail sowie auf den Social-Media-Kanälen informieren.

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