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René Jacobs

Mit mehr als 250 Aufnahmen und einer regen Tätigkeit als Sänger, Dirigent, Wissenschaftler und Lehrer hat sich René Jacobs als eine bedeutende Persönlichkeit in der Musik des Barocks und der Klassik profiliert.

Er erhielt seine erste musikalische Ausbildung als Chorknabe in der Kathedrale seiner Heimatstadt Gent. Parallel zu seinen umfangreichen Studien der klassischen Philologie an der Universität studierte er Gesang. Seine Begegnungen mit Alfred Deller, den Brüdern Kuijken und Gustav Leonhardt waren entscheidend für seine Orientierung zur Barockmusik und der Zuwendung zum Countertenor-Repertoire, mit welchem er sich schnell als einer der einflussreichsten Sänger seiner Zeit durchsetzte. Im Jahr 1977 gründete er das Ensemble Concerto Vocale, mit welchem er das Repertoire der Kammermusik und der Barockoper erforschte. So realisierte er eine Serie von innovativen Aufnahmen bei Harmonia Mundi, die sich Werken eines längst vergessenen Repertoires widmet und von der internationalen Presse gefeiert worden ist.

Das Jahr 1983 markiert sein Debüt als Operndirigent einer Produktion von Cestis »L’Orontea« bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik. Im Rahmen seiner Verantwortung als Künstlerischer Leiter bei diesem Festival und im Zuge seiner Engagements an der Staatsoper Unter den Linden Berlin als Gastdirigent ab 1992, am Brüsseler Opernhaus La Monnaie ab 1993, am Theater an der Wien als regelmäßiger Dirigent ab 2006, am Pariser Théâtre des Champs-Élysées, bei den Salzburger Festspielen, beim Festival d’Aix-en-Provence und an anderen internationalen Veranstaltungsorten dirigierte er Opern vom Frühbarock bis zu Rossini, sowohl Werke des geläufigen Repertoires als auch eher unbekannte Stücke. Parallel zu dieser beeindruckenden Opernkarriere hat die Sakralmusik nie aufgehört, einen bedeutenden Platz in den musikalischen Aktivitäten von René Jacobs einzunehmen.

Neben der Ehrendoktorwürde der Universität von Gent wurde René Jacobs mit einer Vielzahl bedeutender Auszeichnungen und internationaler Preise sowohl für seine Aufnahmen als auch für sein Lebenswerk von Musikkritikern in Europa und Amerika geehrt. Darunter befinden sich der Grammy Award für seine Aufnahme von Mozarts »Le nozze di Figaro«, der Edison-Preis (Niederlande), der Preis der deutschen Schallplattenkritik, Caecilia (Belgien), Classica, Académie Charles Cros und Midem Classique International (Frankreich). Seine CD-Aufnahme der »Matthäuspassion« von Johann Sebastian Bach, ausgezeichnet mit dem »Choc de l’année 2013« und dem ECHO Klassik 2014, wird von Kritikern neben zahlreichen anerkannten CD-Einspielungen dieses monumentalen Werkes als Referenzaufnahme betrachtet. Jegliche seiner Einspielungen von Mozarts Opern wurden durch seine unkonventionelle Herangehensweise – eine besondere Mischung aus wissenschaftlicher Seriosität und musikalischem Instinkt – als die bemerkenswertesten seiner Generation gefeiert. Seine Aufnahme der »Entführung aus dem Serail« von Mozart, veröffentlicht im September 2015 und ausgezeichnet mit dem Preis Caecilia für die beste Opernaufnahme 2015, vollendet den Zyklus der sieben wichtigsten Opern des Komponisten. Seine neueste CD-Aufnahme der »Johannespassion« von Bach ist vor kurzem veröffentlicht worden.

René Jacobs war Künstlerischer Leiter der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik von 1997 bis 2009. Während seiner Zeit als Professor an der Schola Cantorum Basiliensis pflegte er eine besonders intensive Beziehung zu dieser Institution, wo er zahlreiche Sänger unterrichtete, die jetzt an führenden internationalen Opernhäusern und Festivals aktiv sind.

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