Skip to main content

Ruhrtriennale 2017 - das Festivalprogramm

09. Mär. 2017

Title image

Polynice / Ruhrtriennale 2017

„Freude“, „Schöner“, „Götterfunken“ – das Programm der Ruhrtriennale 2017 ist da! Bei PACT Zollverein wurde heute die Spielzeit 2017 vorgestellt. Vom 18. August bis zum 30. September vereint das Festival der Künste wieder zahlreiche KünstlerInnen in der Metropole Ruhr. Zur Eröffnung zeigt der polnische Regisseur Krzysztof Warlikowski, einigen bereits von der Ruhrtriennale 2015 bekannt, eine Neuinszenierung von Claude Debussys „Pelléas et Mélisande“. Die Starsopranistin Barbara Hannigan übernimmt darin eine Hauptrolle. Diese Inszenierung der„ersten Oper der Moderne“ wird in der eindrucksvollen Kulisse der Jahrhunderthalle Bochum Premiere feiern. Zuvor wird Herta Müller, die Schriftstellerin und Literarturnobelpreisträgerin 2009, die diesjährige Spielzeit mit einer Festspielrede in der Turbinenhalle eröffnen.
 

© von Becker

Am Samstag feiern wir mit Ritournelle, zum dritten und letzten Mal im Rahmen der Ruhrtriennale die Festivalnacht der elektronischen Musik. Zu Pop-Musik und den elektronischen Klängen von nationalen und internationalen Stars wie Nicolas Jaar, Sohn, Mykki Blanco, Actress und KünstlerInnen des Denovali Labels sowie lokalen VertreterInnen der Clubszene kann bis in die Morgenstunden in und um die Jahrhunderthalle Bochum getanzt und gefeiert werden.


 

© Marcus Simaitis

Sechs Wochen lang zeigt die Ruhrtriennale außergewöhnliche Produktionen aus den Bereichen Musiktheater, Schauspiel, Tanz, Musik und Installation: Die Regisseure Luk Perceval und Ivo van Hove bringen ihre bei der Ruhrtriennale 2015 begonnenen Schauspiel-Trilogien in dieser Spielzeit zum Abschluss. Als Theaterereignis der besonderen Art sind alle drei Teile der Émile Zola-Inszenierung von Perceval in einem elfstündigen Marathon zu erleben. Zunächst aber feiert der dritte Teil „Hunger. Trilogie meiner Familie 3“ am 7.9. Premiere in der Gießhalle des Landschaftspark Duisburg-Nord. Die Neuinszenierung „Kleine Seelen“ von Ivo van Hove nimmt in der Gladbecker Zeche Zwecke eine weitere Familiengeschichte in den Fokus und widmet sich erneut dem niederländischen Schriftsteller Louis Couperus. Anne Teresa De Keersmaeker ist mit dem gefeierten Cellisten Jean-Guihen Queyras ebenfalls in Gladbeck zu Gast und begibt sich mit „Bach. Cellosuiten (AT)“ auf die Suche nach der Essenz eines der schönsten Werke der Musikgeschichte.

Die Choreografin Meg Stuart erschließt mit „Projecting [Space[“ einen neuen Spielort der Ruhrtriennale – die Zentralwerkstatt der Zeche Lohberg in Dinslaken.

In seinem letzten Jahr als Intendant der Ruhrtriennale bringt Johan SimonsCosmopolis“ nach dem gleichnamigen Roman von Don DeLillo zu Welturaufführung und nimmt uns mit auf die schicksalshafte Fahrt eines Währungsspekulanten durch Manhattan.

Auch Richard Siegal schließt in dieser Spielzeit seine auf Dantes „Göttliche Komödie“ basierende Trilogie ab; nach Hölle und Fegefeuer ist er nun mit „El Dorado“ im Paradies angekommen. Alle drei Teile sind an einem Abend bei PACT Zollverein zu sehen. Einen Remix aus Hip-Hop und Theater bringen Theatre-Rites und 20 Stories High mit „The Broke ‘N’ Beat Collective“ auf die Bühne.

© Betty Freeman / Lebrecht Music & Arts

In dieser Spielzeit spannt sich der musikalische Bogen vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Die Woche beginnt mit den „Konzerten im Maschinenhaus“. An jedem Montag sind KünstlerInnen wie Ben Frost, Arne Deforce oder Michaela Melián zu Gast im Maschinenhaus Essen. Gemeinsam mit der kanadischen Folkband „Timber Timbre“ spielen „Lambchop“ ein Konzert in der Jahrhunderthalle Bochum. Die außergewöhnlichen Instrumente von Harry Partch, die für die Ruhrtriennale-Produktion „Delusion of the Fury“ (2013) nachgebaut wurden, kommen in „Monophonie“ erneut zum Einsatz. ChorWerk Ruhr widmet sich in „Memoria“ Werken von Tomás Luis de Victoria, John Cage und Morton Feldman. Frage nach Herrscher und Beherrschten in einer virtuellen Wirklichkeit werden in der Musiktheater-Produktion „Homo Instrumentalis“ aufgeworfen. Zum Abschluss des Festivals präsentieren die Bochumer Symphoniker mit Beethovens „Missa Solemnis“ die Utopie einer Welt in Frieden und Freiheit. Das Konzert findet im neuen Anneliese Brost Musikforum Ruhr statt.

Als Festival im Festival programmiert PACT Zollverein die „Episoden des Südens“ und thematisiert ein Wochenende lang das Verhältnis zwischen Nord- und Südhalbkugel auf künstlerische und diskursive Weise. Ebenfalls bei PACT Zollverein zeigt der Choreograf Trajal Harrel mit „Caen Amour“ eine Performance als Kreuzung aus Hoochie-Coochie Show und Tanzlabor.

Von insgesamt 41 Produktionen sind zahlreiche Installationen im Ruhrgebiet zu erleben. Das verrückte Festivaldorf „The Good, the Bad and the Ugly“ wird 2017 erneut zum Festivalzentrum auf dem Vorplatz der Jahrhunderthalle – mit dabei sind neue und altbekannte Kunstwerke. Den Geschichten zweier MigrantInnen und der Stimme von u. a. Sandra Hüller kann in der Hörinstallation „Dienstbare Geister“ von Paul Plamper gelauscht werden. Als Beitrag von Urbane Künste Ruhr produziert der Filmkünstler Julian Rosefeldt eine neue Arbeit mit dem Titel „Euphoria“, die auf Basis von Phishing Mails in die Abgründe menschlicher Gier eintaucht. Die Ausstellung „Truck Tracks Ruhr – The Compilation“, eine weitere Produktion von Urbane Künste Ruhr nach einem Konzept von Rimini Protokoll, wird als eine audio-visuelle Gesamtkomposition aller sieben „Truck Tracks Ruhr“-Alben ab dem 19.8.17 in der Mischanlage der Essener Kokerei Zollverein zu sehen sein. In einen „White Circle“ begeben sich BesucherInnen der Ruhrtriennale ab dem 2.9.17 in der Kraftzentrale des Landschaftspark Duisburg-Nord. Die Künstler des raster-noton-Musiklabels schaffen eine zweiwöchige Musik-Raum-Installation. Sechs Wochen lang gibt es zahlreiche Lesungen, Diskussionen, Filme, den Teentalistarimus, Symposien und Partys im Refektorium.

© Polynice / Ruhrtriennale 2017

Seid umschlungen!

Tickets