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„Accattone“: Musiktheater der Ruhrtriennale auf Arte

22. Jun. 2016

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JU/Ruhrtriennale

Letztes Jahr „Accattone“ verpasst? Dem kann Abhilfe geschaffen werden, denn diesen Sonntag, den 26. Juni 2016 zeigt Arte um 23:05 Uhr die Aufzeichnung der gefeierten Musiktheaterproduktion von Ruhrtriennale-Intendant Johan Simons.

© JU/Ruhrtriennale 2015

Erzählt wird die Geschichte von „Accattone“ in der Form einer Passion. Er lügt und stiehlt, zwingt Frauen in die Prostitution und predigt Zwietracht. Arbeit gilt dem Anti-Messias Accattone (dt. Bettler) als Laster, er und seine Gefährten definieren sich nicht durch Besitz, Status oder gesellschaftliche Funktion. Verdrängt an die wüstenartigen Randgebiete der kapitalistischen Welt, die einer Dante’schen Hölle gleichen, kämpfen Pasolinis Helden des ‚Subproletariats’ ums Überleben. Statt bürgerlichen Wert- und Moralvorstellungen zu gehorchen, folgen sie ihrem Instinkt und huldigen der Intensität des Augenblicks. Steckt in ihnen das Potenzial für eine gesellschaftliche und politische Neuordnung?

Im ersten Jahr seiner Intendanz brachte Johan Simons „Accattone” nach Pier Paolo Pasolinis gleichnamigem Leinwanddebüt aus dem Jahre 1961 in der beeindruckenden Kulisse der Kohlenmischhalle der Zeche Lohberg in Dinslaken zur Aufführung. Mit der Uraufführung von „Accattone“ am 14. August 2015 wurde die Kohlenmischhalle erstmalig zum Spielort der Ruhrtriennale. Eines der besten Ensembles für Alte Musik, Collegium Vocale Gent unter der Leitung von Philippe Herreweghe, vervollständigte die Kreation mit Musik von Johann Sebastian Bach. Die Kantaten Bachs erzeugen ein Spannungsfeld zwischen irdischer Realität und himmlischem Erlösungsversprechen, die in den riesigen Dimensionen der 210 Meter langen Kohlenmischhalle auch visuell gewaltigen Ausdruck findet.

„Accattone“ auf Arte: Sonntag, den 26.6.2016 um 23:05 Uhr

Weitere Informationen zur Sendung hier.

© JU/Ruhrtriennale 2015
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