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15 Jahre Ruhrtriennale - ein Brainstorming

22. Apr. 2016

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15 Jahre Ruhrtriennale

Ganz am Anfang, also ab Frühjahr 2001, mussten wir manchmal erklären, dass wir nicht der neue Sportveranstalter im Ruhrgebiet sind. Etwas länger mussten wir noch erklären, dass „Triennale“ nicht bedeutet, dass wir nur alle drei Jahre auftauchen. Und heute?

© Michael Kneffel

15 Sommer später blicken wir zurück auf Hunderte von Aufführungen und die Erinnerung ruft Bilder auf: Schafe, eine gigantische Kuppel, Sand, unbequeme Drehstühle, Schienen, eine Weltkugel, Einkaufszentren, zertanztes Glas, der leere Raum, transparente Riesenmatratzen, Briketts, 13 Hunde, zwei Boxringe, eine Palme, zwei Duschen, ein Laster in gewagten Höhen, bhutanische Mönche, ein Star mit freiem Oberkörper, Kleiderberge, überhaupt Berge, Wasserbecken, Eisblöcke, Blumenteppiche, ein schwarzes Pferd, fallende Herrenunterhosen, fahrende Tribünen, finstere Röhren, harte Kirchbänke, noch ein Hund, Kartoffeln, natürlich Pistolen, ein Swimmingpool, tektonische Platten, Federn, Tücher...  

© Ursula Kaufmann

Jeden Sommer unternimmt die Ruhrtriennale im Zentrum von Europa Schöpfungsakte mit hohem Risiko und verhandelt das Große wie das Kleine. Es geht um Utopien und Paradiese, Love and Death, Glaube und Aberglaube, Furcht und Heimat, Heaven and Hell. Und die Namen der Spielorte der Ruhrtriennale erzählen mit einem Hauch von Poesie die Geschichte des Ruhrgebiets: Pumpenhaus, Abkühlbecken, Kohlenmischhalle, Koksofenbatterie, Salzfabrik, Gebläsehalle, Rundeindicker, Kraftzentrale, Turbinenhalle, Mischanlage, Dampfgebläsehaus, Gasometer, Halde, Maschinenhaus, Kokerei, Hüttenmagazin, Lohnhalle, Waschkaue, Wasserturm, Zeche.

 

© David Baltzer Zenit
© Paul Leclaire

Eines haben die fünf Ruhrtriennale-Intendanten Gerard Mortier, Jürgen Flimm, Willy Decker, Heiner Goebbels und Johan Simons gemeinsam: Sie mögen die Leute aus dem Pott und sie alle waren anfangs überrascht über die Direktheit der Menschen, über ihre Offenheit, ihre Zähheit, ihre Freude am spontanen Gespräch.

© Wonge Bergmann

Ruhrtriennale-Gründungsintendant Gerard Mortier hat nach seiner Zeit im Ruhrgebiet immer wieder gesagt: „ À la Rühr, da ist es am schönsten!“ So soll es bleiben.

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, liebe Ruhrtriennale!



Dorothea Neweling ist Dramaturgin der Ruhrtriennale und seit den Anfängen des Festivals dabei.

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