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Grußwort Johan Simons

23. Feb. 2015

Die Ruhrtriennale 2015 wird meine erste Ruhrtriennale als Intendant. Ich freue mich unglaublich, ein so großes und besonderes Festival leiten zu dürfen, mit dem ich mich schon seit langer Zeit stark verbunden fühle. Ich war von Anfang an, schon unter der Intendanz meines guten Freundes und Vorbilds Gerard Mortier, mit meinen Inszenierungen dabei. Zum Beispiel mit 'Sentimenti' – eine Produktion, an die ich viele schöne Erinnerungen habe. Die Ruhrtriennale zu leiten, ist für mich wie ein Nach-Hause-Kommen.

Vor Ort in der niederländischen Provinz Musiktheater zu machen, außerhalb der großen Kunstmetropolen und der großen Schauspielhäuser: So habe ich als Regisseur angefangen. Wir wollten eine eigene Theatersprache entwickeln und spielen für Leute, die nie ins Theater kommen. Das erste ist uns gelungen, das zweite war schwer zu verwirklichen. Vor allem die Elite aus Amsterdam kam damals zu unseren Vorstellungen.

Wie schwer es auch ist, mit Kunst ein neues, breites Publikum anzusprechen, auch jetzt werden wir mit allen unseren Kräften die Annäherung an die Bewohner des Ruhrgebiets suchen, an die Arbeitenden und an die Arbeitslosen. An die Europäer und an die, die ihre Wurzeln da draußen haben – im Ruhrgebiet leben Menschen aus 170 Nationalitäten. Die Ruhrtriennale soll inspirieren und begeistern, Verbindungen schaffen und vertiefen.

Zwei Wörter sind für mich als Intendant der Ruhrtriennale wichtig: „Seid umschlungen“. Es ist eine Zeile aus Schillers Gedicht „An die Freude“, später von Beethoven in seiner 9. Sinfonie vertont. „Seid umschlungen“ wird mein Leitmotiv – die Ruhrtriennale macht eine Geste der Umarmung.

Statt eines dicken Spielzeitbuchs haben wir nun eine Landkarte publiziert, auf der wir unser Programm für 2015 vorstellen. Wir möchten alles auf einen Blick zeigen: Das Ruhrgebiet, die Spielorte, die Produktionen. Im Frühling werden wir außerdem eine Ruhrtriennale-Zeitung veröffentlichen, in der wir Themen aufgreifen, die uns wichtig sind, und in der wir aus den Produktionen berichten.

Die Ruhrtriennale war schon immer ein spartenübergreifendes Festival, in diesem Jahr vielleicht sogar noch ein bisschen mehr. Neue Musiktheaterkreationen und Konzerte mischen sich mit innovativem Elektro-Pop, Schauspiel steht neben Videokunst, Installationen treffen auf zeitgenössischen Tanz. Die Ruhrtriennale ist ein Festival der Künste.

Ich freue mich sehr darauf und hoffe, Sie bei vielen Vorstellungen zu treffen.

Ihr
Johan Simons

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