Fr 17 Aug Sa 25 Aug
Kreation / Musiktheater

Universe, Incomplete

Charles Ives, Christoph Marthaler, Titus Engel, Anna Viebrock
17 Aug
25 Aug

„Für den Fall, dass es mir nicht gelingen sollte, dieses Werk zu vollenden, findet sich vielleicht jemand anderes, der den Versuch unternimmt, meine Gedanken auszuarbeiten. Es könnte sein, dass die von mir erstellten Skizzen viel mehr Sinn ergeben, wenn man sie aus der Perspektive von jemandem betrachtet, der nicht ich selbst bin.“ (Charles Ives)

Von dieser verführerischen Formulierung inspiriert entwickeln der Regisseur Christoph Marthaler, der Dirigent Titus Engel und die Bühnenbildnerin Anna Viebrock ihre ganz eigene Perspektive auf ein unvollendet gebliebenes Vorhaben des amerikanischen Komponisten Charles Ives (1875–1954): der Universe Symphony, die eines der großen utopischen Werke des 20. Jahrhunderts ist. Utopisch, weil Charles Ives sie als ein alle klassischen Aufführungsformen sprengendes Klangereignis konzipierte. Utopisch auch, weil er sie nie vollendete, sondern immer neu entwarf. Sie ist ein aus Notizen, Skizzenblättern und Partiturseiten bestehendes Konvolut der Unvollständigkeit.

Ausgehend von den tatsächlich komponierten Teilen des Werkes entwerfen Christoph Marthaler, Titus Engel und Anna Viebrock in der Jahrhunderthalle Bochum einen szenisch-musikalischen Raum, in dem Instrumentalsolist*innen sowie die Bochumer Symphoniker und ein aus Schauspieler*innen, Tänzer*innen und Sänger*innen bestehendes Ensemble auf einer szenischen und einer klanglichen Ebene aus einer entfernten Zukunft auf unser heutiges Leben zurückblicken und aus der Gegenwart eine Zukunft phantasieren. Andere, von der Universe Symphony unabhängige Kompositionen von Charles Ives werden dabei die Leerstellen des unvollendeten Universums einnehmen. Das künstlerische Team untersucht ein musikalisches Gesamtwerk, dem es ein szenisch-visuelles Spannungsfeld heutiger Erfahrung zwischen Verlust und Erfindung hinzufügt.

 Der Schweizer Dirigent Titus Engel (1977) arbeitet mit verschiedenen Orchestern und an diversen Opernhäusern mit einem Schwerpunkt auf moderner und zeitgenössischer Musik. Die Bühnenbildne-rin und Professorin für Bühnenbild an der Wiener Kunstakademie, Anna Viebrock, ist seit 30 Jahren engste künstlerische Begleiterin von Christoph Marthaler. Seit 2002 realisiert sie eigene Musiktheaterprojekte und installative Ausstellungen. Ein Portrait des Regisseurs und Artiste associé der Ruhrtriennale 2018–2020, Christoph Marthaler, finden Sie hier.


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ZUM ABENDPROGRAMM

TEXT - UND AUFFÜHRUNGSVERWEISE

Den Zumutungen und dem Wahnsinn der Realität setzt Marthaler Musikalität, Feinnervigkeit und schräge Poesie entgegen, jenseits aller Hoffnung, losgelöst von der Zeit und zugleich ein Meisterwerk des Timings. Eine einzigartige Aufführung, für solche Kreationen wurde die Ruhrtriennale erfunden.

Deutschlandfunk

Weitere Informationen

Einführung jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn (nicht 17. Aug)

Künstler*innengespräch am 22. August im Anschluss an die Vorstellung

Eine Produktion der Ruhrtriennale.

Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes. Mit freundlicher Unterstützung von der Stiftung Pro Bochum.

Sprachinformation: Deutsch mit englischen Untertiteln

Besetzung

Komposition Charles Ives
Regie Christoph Marthaler
Musikalische Leitung Titus Engel
Bühne Anna Viebrock Thilo Albers
Co-Regie Joachim Rathke
Co-Kostüm Charlotte Pistorius
Licht Phoenix (Andreas Hofer)
Dramaturgie Malte Ubenauf
Arrangements Tobias Schwencke
Mit Joaquin Abella Tora Augestad Liliana Benini Bérengère Bodin Marc Bodnar Magne-Håvard Brekke Bendix Dethleffsen Haizam Fathy Altea Garrido Ueli Jäggi Jürg Kienberger Antonio J. Navarro Michael Wilhelmi Thomas Wodianka Clemens August Becker Helmut Schmitt Schlagzeugstudent*innen der Hochschule für Musik und Tanz Köln Schlagzeugstudent*innen der Folkwang Universität der Künste, Essen Schlagzeugstudent*innen der Hochschule für Musik Detmold Schlagzeugstudent*innen der Musikhochschule Münster Schlagzeugstudent*innen der Ruhr-Universität Bochum
Orchester Bochumer Symphoniker Rhetoric Project Schlagquartett Köln

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