(c) Joerg Brueggemann / OSTKREUZ
KREATION / MUSIK / THEATER

Nach den letzten Tagen. Ein Spätabend

CHRISTOPH MARTHALER, ULI FUSSENEGGER, DURI BISCHOFF, STEFANIE CARP
21 Aug
1 Sep
  • Mi 21 Aug
    20:00 – 22:30
    Premiere
    Ruhr-Universität Bochum, Bochum
    Auditorium Maximum
    ausverkauft
  • Do 22 Aug
    20:00 – 22:30
    Veranstaltung
    Ruhr-Universität Bochum, Bochum
    Auditorium Maximum
  • Sa 24 Aug
    20:00 – 22:30
    Veranstaltung
    Ruhr-Universität Bochum, Bochum
    Auditorium Maximum
  • So 25 Aug
    18:00 – 20:30
    Veranstaltung
    Ruhr-Universität Bochum, Bochum
    Auditorium Maximum
  • Mi 28 Aug
    20:00 – 22:30
    Veranstaltung
    Ruhr-Universität Bochum, Bochum
    Auditorium Maximum
  • Do 29 Aug
    20:00 – 22:30
    Veranstaltung
    Ruhr-Universität Bochum, Bochum
    Auditorium Maximum
  • Fr 30 Aug
    20:00 – 22:30
    Veranstaltung
    Ruhr-Universität Bochum, Bochum
    Auditorium Maximum
  • Sa 31 Aug
    20:00 – 22:30
    Veranstaltung
    Ruhr-Universität Bochum, Bochum
    Auditorium Maximum
  • So 1 Sep
    18:00 – 20:30
    Veranstaltung
    Ruhr-Universität Bochum, Bochum
    Auditorium Maximum

Aus Anlass des zunehmenden nationalen Chauvinismus in vielen Ländern in und außerhalb Europas beschäftigt sich Christoph Marthaler in seiner Kreation für die Ruhrtriennale 2019 mit dem Verlust von Demokratie. In den Jahren vor 1914 braute sich ideologisch zusammen, was sich dann in zwei Weltkriegen und im Holocaust entlud. Heute erleben wir erschreckend ähnliche Artikulationen in Politik und Öffentlichkeit. In nicht wenigen Ländern Europas drohen demokratische Strukturen einem neuen Totalitarismus zu weichen. Die nationalistische und rassistische Aufrüstung zur Verteidigung alter Besitzverhältnisse scheint attraktiver zu sein als ein transnationales Projekt aufgeklärter europäischer Individuen und eine offene, diverse Gesellschaft. Antidemokratische und aggressive Exklusion, Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus sind wieder gesellschaftsfähig geworden. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ging es, ähnlich wie heute, um Ausgrenzung und Auslöschung der Menschen, die man zu Unbrauchbaren, zu Außenseiter*innen erklärt hatte.


In seinem musikalischen Zentrum ist das Projekt den aus Prag und Wien vertriebenen Komponisten wie Pavel Haas, Viktor Ullmann, Alexandre Tansman, Józef Koffler, Erwin Schulhoff, Gideon Klein, Szymon Laks und Erich Wolfgang Korngold gewidmet. Sie wurden deportiert, ermordet oder gingen in die Emigration. Viele der Kompositionen sind im Konzentrationslager Theresienstadt entstanden, teilweise sind sie Fragmente geblieben. Viktor Ullmann schrieb die Noten seiner letzten Komposition unmittelbar vor der Deportation nach Auschwitz.


Die Musik erklingt in einem imaginierten Parlament, in dem Abgeordnete dokumentierte Reden aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, der Gegenwart und der nahen Zukunft halten, die katastrophale Zivilisationsbrüche bezeugen. Die Produktion wird für das Auditorium Maximum der Ruhr-Universität Bochum kreiert, das sich in ein Weltparlament verwandelt, in dem wir als Zuschauer*innen aus der Gegenwart und einer erkennbaren Zukunft auf ein zerstörtes Europa blicken.

Auditorium Maximum
Ruhr-Universität Bochum
Universitätsstraße 150
44801 Bochum

Mehr an diesem Ort:
Auditorium Maximum

Zur Spielstätte

Das Auditorium Maximum wurde für die neu gegründete Ruhr-Universität Bochum zu Beginn der 1970er Jahre gebaut. Seine Architektur enthält ein utopisches Versprechen. Mit dem großen, kreisrunden Forum hat man sich eine gemeinsame, hierarchielose Öffentlichkeit gewünscht. Von diesem Wunsch hat sich unsere Gesellschaft weiter denn je entfernt, und die Energie, die einen solchen Wunsch formuliert, wird derzeit europa- und weltweit von korrupten Eliten instrumentalisiert. Als die Bochumer Universität gegründet wurde, hatten die ersten Zechenschließungen bereits begonnen. Bildung und Teilhabe für alle waren die neue Zukunftsenergie und haben die Ruhr-Universität Bochum zu einer der interessantesten der Republik gemacht.


Symposium „Grenzen der Repräsentation – Krise der Demokratie“ 18. - 19. JULI, Turbinenhalle der Jahrhunderthalle Bochum

Die Kreation von Christoph Marthaler entsteht in einer Kooperation mit der Ruhr-Universität Bochum (Institut für Theaterwissenschaft und dem Institut für Medienwissenschaft). Sie wird begleitet von einem Symposium, in dem vor Beginn der Ruhrtriennale hiesige Wissenschaftler*innen und internationale Gäste gemeinsam mit dem Publikum über die „Grenzen der Repräsentation – Krise der Demokratie“ nachdenken. Weitere Informationen inklusive Zeitplan hier.

Anmeldung unter j.naunin@ruhrtriennale.de


Mercator Salon, 27. AUG

Das Jahresthema 2019 der Stiftung Mercator lautet Demokratie und Zivilgesell­ schaft. Aus diesem Anlass kooperiert die Stiftung Mercator mit Künstler*innen der Ruhrtriennale, u. a. Christoph Marthaler, Artiste associé der Ruhrtriennale und jungen Performer*innen der Produktion #nofear: Macht den Weg frei im Rahmen der Veranstaltungsreihe Mercator Salon.

Am 27. August um 18.00 Uhr findet in den Räumen der Stiftung Mercator, Huyssenallee 40, 45128 Essen dieser gemeinsame Salon statt.
Der Eintritt ist frei.

Anmeldung unter ruhr3.com/salon

Besetzung

Regie Christoph Marthaler
Musikalische Leitung Uli Fussenegger
Texte und Konzeption Stefanie Carp
Bühne Duri Bischoff
Kostüm Sarah Schittek
Co-Kostüm Carola Ruckdeschel
Licht Andreas (Phoenix) Hofer
Sound Design Thomas Wegner
Co-Regie Gerhard Alt
Co-Dramaturg Malte Ubenauf
Co-Lichtdesigner Victor Duran
Mit Tora Augestad, Benito Bause, Carina Braunschmidt, Bendix Dethleffsen, Walter Hess, Claudius Körber, Katja Kolm, Stefan Merki, Josef Ostendorf, Elisa Plüss, Bettina Stucky
Musik Uli Fussenegger, Hsin-Huei Huang, Claudia Kienzler, Michele Marelli, Sophie Schafleitner, Martin Veszelovicz

Einführung und besondere Informationen

Einführung jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn.

 

Künstler*innengespräch am 22. August im Anschluss an die Vorstellung

 

Eine Produktion der Ruhrtriennale. In Kooperation mit der Ruhr-Universität Bochum.

 

Mit freundlicher Unterstützung von der Stiftung Pro Bochum.

 

Sprachinformation: Deutsch mit englischen Übertiteln.

 

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